Die Reise von DJ Swordz umfasst bereits einen Rücktritt von seiner DJ-Karriere, doch die Leidenschaft und Hingabe für das DJing und die DJ-Community haben ihn zurück ins Spiel gebracht! Swordz – mit bürgerlichem Namen Tom – ist seit den späten 90ern als DJ aktiv und hat sich gerade den größten Titel seiner Battle-Karriere gesichert, indem er World Portablist Champion wurde. Dies ist die perfekte Gelegenheit für DJ ND, mit dem Mann hinter dem Titel und einem alten Freund in Kontakt zu treten.
DJ Swordz
Für viele DJs beginnt das Scratchen als Neugier – eine Faszination für die Klänge und Bewegungen hinter den Plattenspielern. Für diesen DJ wuchs diese Neugier zu jahrzehntelanger Hingabe an das Handwerk heran. Nachdem er seine Reise 1998 begann und sich früh von Pionieren wie Mix Master Mike, Q-Bert und The Invisibl Skratch Piklz inspirieren ließ, verbrachte er Jahre damit, seine Technik zu verfeinern und seinen eigenen Stil zu entwickeln.
Sein Engagement brachte ihn schließlich an die Spitze der globalen Turntablism-Szene und verschaffte ihm sowohl den DMC World DJ Championships Scratch title in 2021 als auch den DMC Portablist World Championship. Im Gespräch blickt er auf seinen Weg dorthin zurück, spricht über die Bedeutung von Community und kontinuierlichem Üben – und erklärt, warum ihr euch auf euer Equipment verlassen müsst, wenn Präzision zählt.

Was hat euch ursprünglich zum DJing gebracht und wie hat euch das letztlich dazu geführt, den DMC World DJ Championships Scratch-Titel zu gewinnen?
Mitte der 90er war ich total fasziniert von den DJs, die ich gesehen habe – wie sie mühelos zwischen verschiedenen Styles gewechselt, blitzschnell gemixt, Genres kombiniert und beeindruckende Skills gezeigt haben. Das war mehr als nur Musik – das war Präzision, Kreativität und Kontrolle in Perfektion.
Als ich Mix Master Mike, Q-Bert und die anderen von The Invisibl Skratch Piklz gesehen habe, hat es einfach Klick gemacht. Ab da war klar: Ich will Scratch-DJ werden – das war mein Ziel.
Den DMC World DJ Championships Scratch-Titel 2021 zu holen, war ein langer Weg. Ich habe 1998 mit dem Scratchen angefangen, das war also definitiv kein schneller Erfolg. Ironischerweise hat COVID dabei eine große Rolle gespielt. Weil ich viel zuhause war, konnte ich wieder richtig tief ins Üben eintauchen – und genau diese Zeit hat alles auf ein neues Level gebracht.
Genau so wichtig waren aber die weltweiten Scratch-Communities. Der Austausch mit anderen Turntablisten, die mich immer wieder motiviert und gepusht haben, hat den entscheidenden Unterschied gemacht. Riesendank an alle meine Scratch-Brüder weltweit!
Welche Eigenschaften sind euch bei Tonabnehmern und Nadeln beim Auflegen am wichtigsten?
Sound, Lautstärke und vor allem – absolute Stabilität. Eine Nadel darf einfach nicht springen, egal auf welchem Plattenspieler ihr sie nutzt. Beim Auflegen gibt es keine Kompromisse.
Genau deshalb habe ich mich für Ortofon entschieden. Punkt.
Wie wichtig ist es euch in Drucksituationen wie Gigs oder Battles, euch komplett auf euer Equipment verlassen zu können?
Letztes Jahr, 2025, war ich auf einem Gig und da war schon eine andere Nadel montiert. Ich habe angefangen zu scratchen – und es war das totale Chaos: Die Nadel hat ständig gesprungen.
Ich hab sofort meine Ortofon VNL draufgemacht, alles richtig eingestellt – und plötzlich: perfekter Flow, kein Springen, volle Kontrolle.
Ehrlich: Dass ich meine eigene VNL dabei hatte, hat mir an dem Abend echt den Hals und meinen Ruf gerettet. Kein Witz.
Welchen Tipp würdet ihr jemandem geben, der gerade erst mit dem DJing anfängt – sei es beim Skills-Lernen oder bei der Wahl des Setups?
Nutzt das Internet. Ernsthaft.
YouTube, Social Media, Gear-Reviews – das gab’s bei uns damals nicht. Jetzt habt ihr Zugriff auf grenzenlose Infos, das ist ein riesiger Vorteil. Nutzt das aus.
Das gilt auch fürs Skill-Building: Schaut euch unzählige Videos an, studiert verschiedene Styles – und entscheidet dann selbst, was euch inspiriert und woraus ihr euren eigenen Style bauen wollt.
Aber bleibt nicht nur am Bildschirm! Sucht den Kontakt zu anderen DJs, Turntable-Künstlern und Scratchern. Community ist alles. Geht zu Jam-Sessions. Organisiert eure eigenen. Entwicklung passiert deutlich schneller, wenn ihr euch gegenseitig pusht.